Austria Salzburg auf Kurs Richtung RLW
Nach drei Meistertiteln in Folge steht die violette SV Austria Salzburg kurz vor dem Aufstieg in die Westliga. 2005 nach dem Farbenstreit mit Red Bull gegründet mauserte sich der einstige Fan-Verein zur unumstrittenen Nummer Eins im Salzburger Unterhaus.
Ein kurzer Blick zurück: Am 6. April 2005 übernahm der Energy-Drink-Hersteller Red Bull den damaligen Bundesligisten und dreifachen Meister SV Austria Salzburg. Der anfänglichen Euphorie ob der neuen finanziellen Möglichkeiten wich schon bald die Erkenntnis, dass es die violette Austria in der bisherigen Form wohl nicht mehr geben würde. Rot/weiße Heimtrikots, ein neues, selbstredend nicht violettes, Logo und das bewusste Auslöschen der alten Traditionen brachten in den folgenden Wochen und Monaten die treuesten Anhänger in Rage. Auch die rasch gegründete „Initiative Violett-Weiß“ bewirkte mit Protesten inner- und außerhalb des Stadions kein Umdenken beim neuen Eigentümer. „Red Bull kann doch nicht wegen ein paar Romantikern ihr Logo umfärben“, brachte es der damalige Manager Kurt Wiebach auf den Punkt. Nach dem endgültigen Bruch im Oktober 2005 ließen die „paar Romantiker“ schließlich den „Sportverein Austria Salzburg“ in das Vereinsregister eintragen, nicht wissend, wie es mit dem 1933 gegründeten Traditionsklub weitergehen sollte.
Doch was zunächst wie der Anfang vom Ende aussah, wurde zum Startschuss für einen Erfolgslauf sondergleichen durch das Salzburger Unterhaus. Bereits in der Saison 2006/07 nahm der neugegründete Verein in der 2. Klasse Nord (unterste Spielklasse, 7. Leistungsstufe) teil und gewann auch prompt die Meisterschaft, stets begleitet von den treuen violetten Anhängern. Schon in der letzten Liga sprengten die Violetten alle Zuschauerrekorde, bis zu 2.500 Zuseher pilgerten zu den Spielen der „neuen“ Austria. Anfangs als kurzlebiger Fan-Verein von den Medien belächelt hievten zwei weitere Aufstiege in den folgenden Saisonen die Mozartstädter in die Salzburger Landesliga, wo die Violetten zur Winterpause mit respektablen fünf Punkten Vorsprung erneut an der Tabellenspitze stehen. Dem Aufstieg in die Westliga steht somit (fast) nichts mehr im Wege, der nächste Schritt zum ehrgeizigen Ziel „Erste Liga bis 2015“ scheint zum Greifen nah.
Die Westliga kann sich also schon jetzt auf Fußballfeste in Violett und imposante Zuschauerzahlen freuen, die gegnerischen Vereine über volle Kassen, denn auch auswärts wird der Traditionsverein stets von etlichen hundert Fans unterstützt. Besonders brisant dürften mit Sicherheit die Duelle gegen die Red Bull Juniors (Zwangsabsteiger aus der ADEG-Liga) werden, schon bei ersten Aufeinandertreffen bei diversen Hallenturnieren gingen die Emotionen hoch.
Erste Aufeinandertreffen mit Westliga-Teams gab es bereits in der Winterpause, die Testspiel-Niederlagen gegen den USK Anif (1:3) und TSV Neumarkt (2:6) gaben dem Aufsteiger in spe einen ersten Vorgeschmack auf den rauen Alltag in der Regionalliga. Ein weiterer Testlauf gegen den FC Kufstein musste vergangene Woche witterungsbedingt kurzfristig abgesagt werden.


